Sonntag, 18. August 2013

Ist alles Vorherbestimmt? Haben wir einen freien Willen?

Vor einiger Zeit hatte ich mit einem Freund eine Diskussion. Es ging darum ob die Zukunft vorherbestimmt sei.
Hierzu fällt mir ein alter Gedanke ein: Was geschehen ist, wird wieder geschehen und was geschehen wird, ist schon einmal geschehen.
Stellen sie sich einen Raum vor in dem es 3 Teile gibt, diese bewegen sich ständig, verbinden und teilen sich wieder. Wenn man nun davon ausgeht dass die Zeit sich unendlich nach vorne bewegt, kann man nur zu dem Schluss gelangen, dass die Verbindungen, die die Teile mit einander immer wieder stattfinden werden, und zwar immer wieder an neuen aber auch an vorherigen Orten im Raum.
So ist es doch eigentlich auch in dem Raum in dem wir uns befinden (das ganze All oder vielleicht sogar noch mehr). Es gibt eine gewisse Anzahl von Bausteinen, die sich verbinden und wieder trennen. Da die Zeit unendlich nach vorne geht, werden sich nach einer bestimmten Zeit Verbindungen wieder in genau derselben Zusammenstellung und an genau dem gleichem Ort wieder finden = "jetzt" wird irgendwann wieder sein.
Jedoch ist dies meiner Ansicht nach zwar nicht unbedingt falsch, aber durch der Idee der eigenen Entscheidungsfähigkeit des Menschen wird dieser Gedanke sehr schwer nachvollziehbar.
Ob ich mich nun für oder gegen etwas entscheide liegt, meines Erachtens nach, allein bei mir, jedenfalls in dem Moment der Entscheidung. Natürlich gibt es Faktoren die unser Handeln, Denken und unsere Entscheidungen mehr oder weniger stark beeinflussen (Familie, Liebe, Soziale Herkunft etc.).
Es gibt folglich 2 Möglichkeiten:

  1. Entscheide ich mich auf Grundlage der in meinem Gehirn gespeicherten Informationen, so habe ich KEINE Wahl, sondern MUSS unumgänglich genau DIESE Entscheidung treffen. 
  2. Entscheide ich mich jedoch unabhängig von der Vergangenheit, so ist meine Entscheidung zufällig, und wieder hätte ich keinen Einfluss darauf.
Sind wir nur Beobachter unserer selbst? Sind wir nur Hauptperson in dem geschriebenen Roman namens Leben?

Zum freiem Willen gehört auch noch ein anderer Faktor. Häufig "wollen" wir etwas, was wir aber gar nicht können. Schon hier ist der "freie Wille" eingeschränkt, denn wir können den freien Willen nur dann nutzen, wenn unser "wollen" auch tatsächlich möglich ist.
Eine weitere Einschränkung ist die Anpassung (sozial, gesellschaftlich, in einer Beziehung etc.) denn diese Anpassung lässt uns oftmals in einer Situation, in der wir "anders" handeln, als wir es gerne tun würden. Beisp.: Jonas will seinen Zug erreichen, ist aber spät dran. Er läuft über die Schienen, obwohl er weis dass man dies nicht darf, und lieber wäre es ihm die Treppen zur Fussgängerbrücke zu nehmen, doch da die Zeit knapp ist, wählt er eben diesen Weg. Dafür muss er nun eine Strafe zahlen. Doch Jonas' Entscheidung war unter Druck eingeschränkt: Er hat ja nicht die Fahrzeiten des Zuges gemacht, und für seine Verspätung konnte er auch nichts (z.Beisp. Stau). War Jonas' "Wahl" also wirklich seine eigene Entscheidung, oder waren es die Faktoren um ihn herum, die ihn dazu trieben (zwangen)?

Eine weitere Schlüsselfrage ist: Warum wollen wir etwas?
Wollen wir tatsächlich etwas aus eigener Kraft, oder wollen wir es, weil andere es wollen bzw. nicht wollen?
Beispiel: Herr Blum wollte gestern kein Auto. Doch jetzt hat sein Nachbar ein Auto gekauft, und Herr Blum will nun auch eins, denn er will seinem Nachbar gegenüber nicht weniger Luxuriös wirken.
Hier ist wieder kein wirklich freier Wille zu finden.
Denkt man über jedes kleine Detail nach was man im laufe eines Tages tut, wird man dann IMMER einen Grund finden, warum man es tut?
Dies ist zwar eine sehr deterministische Ansicht, für viele jedoch gut nachvollziehbar, wenn zugleich auch Traurig sowie aber auch Tröstend.

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